Kreislaufwirtschaft

Was bedeutet Kreislaufwirtschaft

Zur Sicherstellung eines nachhaltigen Wachstums in der EU müssen wir unsere Ressourcen intelligenter und nachhaltiger nutzen. Es ist offensichtlich, dass das lineare Modell des Wirtschaftswachstums, auf das wir uns früher verlassen haben, für die Erfordernisse der heutigen modernen Gesellschaft in einer globalisierten Welt nicht mehr geeignet ist. Wir können unsere Zukunft nicht auf dem Modell einer Wegwerfgesellschaft aufbauen. Viele natürliche Ressourcen sind begrenzt, deshalb müssen wir einen ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Weg finden, um sie zu nutzen. Zudem liegt die optimale Nutzung der Ressourcen auch im wirtschaftlichen Interesse der Unternehmen.

In einer Kreislaufwirtschaft wird der Wert von Produkten und Stoffen so lange wie möglich erhalten; Abfälle und Ressourcenverbrauch werden auf ein Mindestmaß beschränkt, und die Ressourcen bleiben in der Wirtschaft, nachdem ein Produkt sein Lebensende erreicht hat, und werden immer wieder verwendet, um weiterhin Wertschöpfung zu generieren.

Circular Economy Action Plan 2020

In der Mitteilung über den Europäischen Grünen Deal verpflichtete sich die Europäische Kommission zur Annahme eines neuen Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft, um den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen und fortzusetzen. Der Aktionsplan wird zusammen mit der Industriellen Strategie der EU angenommen, um den Industriesektor und alle Wertschöpfungsketten für ein Modell des nachhaltigen und integrativen Wachstums zu mobilisieren, das einen effizienten und sauberen Ressourcenkreislauf gewährleistet.

Der europäische Green Deal unterstreicht das Potenzial einer Kreislaufwirtschaft für neue wirtschaftliche Aktivitäten und Arbeitsplätze. Das Rahmenwerk zur Überwachung der Kreislaufwirtschaft zeigt bereits, dass 4 Millionen Menschen in Aktivitäten der Kreislaufwirtschaft arbeiten, was einem Anstieg von 6% ab 2012 entspricht. Diese Aktivitäten haben im Jahr 2016 eine Wertschöpfung von fast 147 Milliarden Euro generiert. Der neue Aktionsplan wird diese positiven Trends verstärken.

Der neue Plan wird dazu beitragen, die Zirkularität der EU-Wirtschaft zu erhöhen, ihre natürliche Umwelt zu erhalten und den Beitrag der EU-Industrie zur Erreichung eines klimaneutralen Kontinents zu unterstützen. Er wird die Märkte für klimaneutrale und zirkuläre Produkte und Dienstleistungen stimulieren, die Wirtschaft der EU modernisieren und die Vorteile des Übergangs in der EU und darüber hinaus nutzen.

2203_EU-KOM_Proposal_Ecodesign

Herausforderungen, die mit der Strategie angegangen werden sollen:

Es bleibt noch viel zu tun, um von einer linearen Wirtschaft wegzukommen und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt zu mindern, zum Beispiel im Hinblick auf den Verlust der biologischen Vielfalt und den Klimawandel.

Der weltweite Materialverbrauch hat sich in den letzten Jahrzehnten verdreifacht, und ohne Intervention wird er sich in den nächsten 40 Jahren voraussichtlich verdoppeln. Recycelte Materialien decken nur 12% des Materialbedarfs der EU, sodass noch Raum für weitere Verbesserungen bleibt. Angebotsengpässe und schwankende Preise für viele von ihnen (insbesondere für kritische Rohstoffe, die unter anderem für saubere Technologien, digitale, Weltraum- und Verteidigungsanwendungen benötigt werden) stellen eine sicherheitsstrategische Herausforderung dar, wenn die EU das ehrgeizige Ziel des europäischen Green Deal nicht erreicht.

Die meisten Produkte, die heute auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht werden, beruhen hauptsächlich auf einer nicht nachhaltigen und suboptimalen Ressourcennutzung, was zu einer übermäßigen Abfallproduktion führt und den ökologischen Fußabdruck unserer Wirtschaft vergrößert, anstatt die notwendige Entkopplung zu bewirken. Diese Produkte werden oft nicht lange genug in der Wirtschaft gehalten, was zu einem Verlust an wirtschaftlichem Wert führt und die Umweltauswirkungen durch ihren vorzeitigen Ersatz oft noch verstärkt. Dies gilt insbesondere für Sektoren wie elektronische und elektrische Produkte, einige Kunststoffprodukte und Textilien

Darüber hinaus sind sich die EU-Bürger zunehmend der Auswirkungen ihres Lebensstils bewusst und bereit zu handeln, doch es fehlt ihnen an Instrumenten und zuverlässigen Informationen, um sachkundige Entscheidungen zu treffen, was den Verbrauch von kurzlebigen Produkten erhöht, die nicht langlebig, wiederverwendbar und reparierbar sind.

Diese beiden Aspekte tragen zu einem hohen Maß an Abfallerzeugung bei. Das Abfallaufkommen in Europa ist zwischen 2010 und 2016 um 5% gestiegen. Der Großteil dieser Abfälle geht nicht als Ressource in die Wirtschaft zurück. Trotz der stetigen Fortschritte bei der Erhöhung der Recyclingraten wird immer noch die Hälfte der Siedlungsabfälle verbrannt (27%) oder auf Deponien entsorgt.