Press corner

Neuste Meldungen / Latest News

„Klimaneutralität wird Gesetz“

Pressemitteilung zur Abstimmung über das europäische Klimagesetz

Die anstehende Verabschiedung des EU-Klimagesetzes im Europäischen Parlament am Donnerstag, 24. Juni, kommentiert MdEP Delara Burkhardt, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten:

„Erstmals wird mit dem EU-Klimagesetz das Ziel der Klimaneutralität gesetzlich festgeschrieben und so unumkehrbar gemacht. Damit ist ein neues Verständnis von Klimapolitik nun Gesetzeslage: Mit der Einführung eines EU-Treibhausgasbudgets und dem neuen wissenschaftlichen EU-Klimabeirat, der der Kommission und den Mitgliedstaaten auf die Finger schaut, wird das Motto ‚listen to science‘ der Klimabewegung in der EU-Klimapolitik verankert. Diese Instrumente könnten in Zukunft wichtige Hebel sein, die EU auf Spur zu halten, um ihren internationalen Klimaverpflichtungen nachzukommen. Das sind konkrete Fortschritte für den Klimaschutz. Wer es ablehnt, riskiert mit leeren Händen dazustehen und auf die veraltete Politik zurückzufallen. Mit ihrer Ablehnung riskieren die Grünen genau dies leichtfertig.

In den wichtigen Punkten der Klimaziele für 2030 und 2050 musste das Parlament große Zugeständnisse an den Rat machen. Kritisch bleibt, dass in dem neuen EU-Klimaziel für 2030 auch negative Emissionen durch sogenannte natürliche Senken wie Wälder, Moore und Wiesen, die der Atmosphäre CO2 entziehen, in die Berechnung der Zielvorgabe miteinbezogen werden. Das birgt die Gefahr, dass die Verantwortung für Dekarbonisierung anderer Bereiche wie Verkehr und Wohnen auf unsere Wälder abgewälzt wird, denen es aber zunehmend schlechter geht. Immerhin konnte das Europäische Parlament erreichen, dass die Anrechnung natürlicher Senken auf eine gewisse Menge beschränkt wird.

Umso wichtiger: Nächsten Monat wird die Europäische Kommission ihr ‚Fit for 55‘-Paket mit Vorschlägen für Instrumente zur Umsetzung der neuen Klimaziele vorlegen. Das bietet die große Chance, die Klimaziele durch konkrete Maßnahmen zu übertreffen. Anders als Christdemokraten und Liberale ist die sozialdemokratische Fraktion dagegen, alles über den Markt mit einer Ausweitung des Emissionshandels auf Verkehr und Wohnen regeln zu wollen. Der Weg, der hier gegangen werden muss, ist der massive europaweite Ausbau der erneuerbaren Energien, die Beibehaltung nationaler Zuständigkeiten und schärfere CO2-Standards zum Beispiel für den Verkehr- und Gebäudebereich.“

Vermerk zur finalen Abstimmung über das EU-Klimagesetz

Delara Burkhardt Vermerk zum EU-Klimagesetz

Vermerk zum EU-Klimagesetz

+++ English Version +++

MEP Delara Burkhardt, spokesperson for environmental policy for the SPD MEPs, comments the adoption of the EU climate law in the European Parliament on Thursday, June 24th:

“For the first time, with the EU climate law, the goal of climate neutrality is set in law and thus made irreversible. A new understanding of climate policy is now the legal position: with the introduction of an EU greenhouse gas budget and the new scientific EU climate committee, which keeps an eye on the Commission and the member states. This way, the climate movement’s motto “listen to science” is anchored in EU policy. In the future, such instruments could be important levers to keep the EU on track in order to meet its international climate commitments. 

This is concrete progress for climate protection. Anyone who refuses to accept it risks being left empty-handed and falling back on outdated policies. With their rejection, the Greens are accepting this risk.“

“The EP had to make major concessions to the Council on the important points of the climate targets for 2030 and 2050. The new EU climate target for 2030 includes negative emissions from so-called natural sinks such as forests, moors and meadows, which remove CO2 from the atmosphere. This harbors the risk that the responsibility for decarbonising other areas such as transport and housing will be passed on to our forests, which are already in bad condition globally. „

“All the more important: next month the European Commission will present its“ fit for 55 ”package with proposals for instruments to implement the new climate targets. This offers a great opportunity to exceed the climate targets through concrete measures. Unlike Christian Democrats and Liberals, the Social Democrats are against wanting to regulate everything through the market with an expansion of emissions trading to include transport and housing. The massive Europe-wide expansion of renewable energies, the retention of national responsibilities and stricter CO2 standards, for example for the transport and building sectors, are the path that has to be taken. „

 

Pressemitteilung zu WFF Studie zum Zusammenhang zwischen Konsum und Waldverlust

14. April 2021

 

„EU-Rechtsrahmen gegen Entwaldung dringend notwendig“

Die Organisation für Natur- und Artenschutz WWF (Worldlife Fund for Nature) hat heute die Studie „Stepping up? The continuing impact of EU consumption on nature worldwide” veröffentlicht. Sie stellt neue Zahlen und Trends zu der von der EU verursachten Zerstörung von Regenwäldern und anderen Ökosystemen vor. Delara Burkhardt, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament und Berichterstatterin des Europäischen Parlaments für entwaldungsfreie Lieferketten:

„Die Studie zeigt einmal mehr: Wir Europäer*innen hinterlassen einen katastrophalen Entwaldungsfußabdruck außerhalb unserer Grenzen, mit fatalen Folgen für den Klima- und Artenschutz. Ob Rindfleisch, Soja, Palmöl, Holz, Kakao oder Kaffee – für viele Produkte unseres täglichen Konsums in Europa werden Urwälder und andere wichtige Ökosysteme in Südamerika, Afrika und Asien zerstört.

Die EU darf dabei nicht weiter tatenlos zuschauen. Freiwillige Initiativen der Wirtschaft sind gescheitert. Wir brauchen ein EU-Lieferkettengesetz, dass Unternehmen in die Pflicht nimmt. Sie sollen sicherstellen, dass ihre Waren nicht zur Zerstörung von Wäldern oder anderen artenreichen und klimaschützenden Ökosystemen, oder der Verletzung von Menschenrechten beitragen. Wenn ein Unternehmen dies nicht nachweisen kann, sollte es seine Ware nicht auf den europäischen Markt bringen dürfen.

Im Juni 2021 wird die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag zur Reduzierung der europäisch verursachten weltweiten Entwaldung machen. Das Europäische Parlament hat im Oktober 2020 unter der Federführung von Delara Burkhardt Vorschläge für diese Gesetzesinitiative formuliert.

Der Parlamentsbericht fordert ein EU-Lieferkettengesetz für sogenannte Wald- und Ökosystem-Risiko-Güter wie Rindfleisch, Soja, Palmöl, Kaffee, Kakao, Kautschuk, Mais und Leder. Unternehmen, die diese Güter auf den europäischen Markt bringen, müssten demnach entlang ihrer gesamten Lieferkette sicherstellen, dass diese Produkte nicht in Verbindung stehen mit der Zerstörung von Regenwäldern, der Vernichtung anderer wichtiger Ökosysteme (wie zum Beispiel dem brasilianischen Pantanal-Feuchtgebiet, oder der Cerrado-Savanne) oder der Verletzung von Menschenrechten und Eigentumsrechten, insbesondere indigener Gemeinschaften.

Sollte ein Unternehmen entlang seiner Lieferketten zur Zerstörung von Wäldern und anderen Ökosystemen und zur Verletzung von Menschenrechten beigetragen haben, soll es dafür haftbar gemacht, sanktioniert werden und gegebenenfalls Entschädigungen leisten.

Die WWF-Studie zum Nachlesen

MEP Delara Burkhardt Press Statement on Circular Economy Action Plan

10 February 2021

The European Parliament has adopted two proposals, aiming at transitioning our economy model from a linear to a circular one. This follows the Commission’s Circular Economy Action Plan, published in 2020. Suggested measures involve a right to repair, a prolongation of the Eco-Design-Directive, eco-friendly product design and many more.

Delara Burkhardt, member of the Committee on the Environment, Public Health and Food Safety (ENVI) and speaker for environmental policies of the German SPD delegation, welcomes the result:

“Right this moment, 500 million pieces of clothing are being tossed in Germany alone, to make space for the new collection. Resource intensive goods in perfect condition are being shredded and burnt, since they could not be sold during the recent lockdown closures. Take, make, use, dispose of – if anything its rubbish, it is unsustainable this approach!

It is fatal how little we value the resources our planet has to offer. If everyone consumed as much and fast as the EU, the earth’s annual resources would be exhausted by May each year.

Circular economy means developing goods in a way that there is less pollution, reduced waste, and improved recycling options. All combined with design that gives products a lifespan which exceeds their warranty period.

The Circular Economy Action Plan is a comprehensive strategy that enables the necessary change from a linear to a circular economy. Our aim must be the following triad: Repair and not replace, recycle bin instead of landfill, products designed for life and not for one season.”